Vielleicht sollte ich von daher wieder den BAUM ins Spiel bringen: nicht als Zeichen meiner Indifferenz, sondern meiner Vorsicht, meiner Diskretion einem Gegenstand gegenüber, von dem ich kaum alle Abgründe zu fassen vermag.

II. Zwei, drei, viele Naturen

Wenn ich einen Baum bezeichne, geschieht dies im Rahmen nicht einer wilden 'ersten', noch auch einer künstlichen 'zweiten' Natur, sondern einer 'dritten' – denn nicht nur ist der Baum in seiner urbanen Umgebung zum bloßen Zitat der Natur reduziert worden, ein Prozeß, der auch die ländliche Peripherie erfaßt hat – mein gesamtes, urbanes Umfeld, das System der Stadt schlechthin ist in zwei 'Naturen' auseinander gefallen: in die eine Stadt mit dem längerem historischen Atem, welcher sie zu einer 'Ersatznatur’ gemacht hat, die sich 'authentisch’ erfahren lässt, - und in jene andere Stadt, bzw. das Bild von ihr, das auch diese Originalität abgestreift hat, um sie nurmehr durch die bloße Prätention der Metropole, die Skizze einer solchen zu ersetzen. So sind nicht nur die rauschenden Wipfel der Goethe-Zeit, sondern auch die großartigen Stadtgebärden der Brechtzeit längst in einer Geschichte von Faschismus und Neoliberalismus vergangen.

Die Prätentionen immerhin, ihr unbefriedigender Ersatzcharakter, bleiben.